Projekt
- Wettbewerb
Ort
- Schüttorf
Fertigstellung
- Wettbewerb, 1. Preis
Brutto-Grundfläche
- 1.522
Architekt
- Jan Lindschulte, Mitarbeit: Constanze Fasiello
Projektbeschreibung
Erhalt und Umbau
Reduce, Reuse, Recycle – nachhaltiges Bauen wird immer wichtiger. Materialien werden knapper und teurer, der Ressourcen- sowie Energieverbrauch muss reduziert werden. Unser Entwurf verfolgt daher das Ziel, den Bestand so weit wie möglich in einem sinnvollen Rahmen zu erhalten. Die solide Struktur aus Stahlbeton soll ressourcenschonend umgebaut und geschickt erweitert werden. Dadurch wird eine große Menge Abbruch-Müll vermieden und CO2 eingespart in Form von Material und Herstellungsenergie.
Dabei gilt es, den Bestand so zu transformieren, dass aus einem etwas sperrigen Bestandsgebäude ein sinnvoller und schöner Stadtbaustein wird.
Städtebauliche Idee
Das Grundstück um das alte Rathaus ist für die städtebauliche Entwicklung von höchster Relevanz. Der Markplatz bildet das historische Zentrum der Schüttorfer Innenstadt. Es gilt, an diesem Standort eine einladende und angemessen urbane Situation zu entwickeln.
Durch die reduzierte Traufhöhe und das ortstypische Satteldach vermittelt der Umbau zwischen der Marktzeile und dem alten Rathaus und stärkt die besondere Bedeutung dieses historischen Gebäudes am Kopf des Markplatzes. Die ruhige und urbane Fassadengestaltung und die formale Ausbildung als zwei Einzelgebäude erhalten den Maßstab der historischen Parzellierung, so dass insgesamt ein schlüssiges Gebäudeensemble um den Marktplatz entsteht.
Der kleine Platz an der Eschenstraße wird mit einer Hof-Linde/Linde im Hof zu einem kleinen Quartiersplatz für die Anwohner aufgewertet.
Nutzung
In der geplanten Nutzung spiegelt sich die Nähe zum alten Rathaus wider.
Im Erdgeschoss wird die Touristeninformation, das Stadtmarketing und das Bürgerbüro untergebracht. Dabei sind die öffentlichkeitswirksamen Räume zum Platz hin orientiert. Das Backoffice entwickelt sich zum ruhigen Hof hin. Durch zahlreiche Erschließungsmöglichkeiten können die Büro- und Gewerbeflächen flexibel und bedarfsgerecht aufgeteilt und unterteilt werden.
In den beiden oberen Geschossen entstehen acht kleine, aber attraktive barrierefreie Stadtwohnungen mit Größen von 35 m2 - 70 m2. In einem separaten Nebengebäude werden ausreichend überdachte Stellplätze für Fahrräder untergebracht. In dem Kellergeschoss sind die Lagerräume und die Haustechnik untergebracht.
Konstruktion
Bei dem Gebäude Markt 4 wird das 2.Obergschoss zurückgebaut und durch eine leichte Satteldachkonstruktion ersetzt. Das Gebäude Markt 6 wird im Prinzip komplett erhalten, lediglich ein Teilbereich des 2.Obegeschosses wird zurückgebaut und zu einem Gründach umgebaut.Das zu erhaltende Stahlbetonskelett kann mit leichten Dämmziegeln ausgefacht und anschließend mit einer zusätzlichen mineralischen Dämmung ergänzt und verputzt werden, so dass die neue Außenwandkonstruktion mit nachhaltigen und langlebigen Materialien einen sehr hohen Dämmwert erreicht.
Ökologie
Die „graue Energie“ und der CO2-Abdruck werden durch den Erhalt des Gebäudebestandes und durch ressourcenschonende Baumaterialien beim Um- und Neubau deutlich reduziert.
Die geplante Gebäudetechnik wird nahezu autark funktionieren und stellt ein solides und technisch bewährtes System dar: mit einer Wärmepumpe als primäre Energiequelle und mit PV-Modulen auf dem gesamten Dachbereich, die mit Batteriespeichern kombiniert werden. Als Retentionsfläche für das Niederschlagswasser werden die Flachdachbereiche als Gründach ausgebildet